Die Erhöhungen, die von über zweihundert Gasversorgern angestrebt werden, sollen sich in ihrem Spitzenwert auf mehr als fünfundzwanzig Prozent belaufen. Für einen Durchschnittshaushalt kann das eine Preissteigerung von einhundertvierundvierzig Euro bedeuten.
Gas wird ab Herbst deutlich teurer, weil Gasunternehmen wie E.ON Avacon, EWE und Mainova ihren Grundtarif von neun Prozent bis über dreizehn Prozent anheben. Auf Expertenportalen kann man sehen, dass der Gaspreis im Durchschnitt um vier Prozent in den Monaten Juni 2010 bis Juli 2011 gestiegen ist.
Der Preisanstieg in den einzelnen Bundesländern ist unterschiedlich. Gas wird ab Herbst deutlich teurer für Berlin. 13,8 Prozent muss der Berliner Kunde mehr aufbringen. Bremen ist mit zwölf Prozent Preisanstieg ein wenig besser dran. Der Preisanstieg für das Saarland liegt bei acht Prozent. Doch das Gas ist im Saarland in absoluten Preisen teurer als in den meisten anderen Bundesländern. Nur Thüringen und Sachsen zahlen mehr für Gas. Hier freuten sich die Kunden, weil es keinen Preisanstieg gab. Die Preise sanken. In Hamburg blieben die Preise konstant. In Schleswig-Holstein zahlt der Gaskunde trotz Preisanstieg deutlich weniger als in Thüringen.
Gas wird im Herbst deutlich teurer, weil der Gaspreis mit dem Ölpreis verbunden ist. Steigt der Ölpreis, steigt der Gaspreis mit einer halbjährigen Verspätung. Es sind die Anbieter mit langfristigen Lieferverträgen, die die Preise erhöhen. Andere Gasversorger müssen für Gaslieferungen weniger zahlen, weil ein Überangebot auf dem Weltmarkt besteht. Das macht Gas billiger. Für den Kunden bedeutet das, dass er die Gaspreise von Anbieter zu Anbieter vergleichen muss und zum Günstigsten wechseln soll.